Wer Pop singen möchte braucht zur Interpretation der Songs einen unverwechselbaren Stimmklang.
Dieser Klangcharak- ter, der über ein Mikrofon entweder im Tonstudio oder life auf der Bühne möglichst kompakt und klar rüberkommen soll,
setzt sich aus folgenden Parametern zusammen:
- dem Timbre: ist es leicht und fein (Dido) oder schwer und rauh (Anastacia);
- dem Engagement im Singen: wird geadezu alles mit Leidenschaft gegeben (Alicia Keys) oder wird eher gemäßigt
von den Ereignissen berichtet (TLC);
- dem Registerwechsel, als der Wechsel zwischen Brust- und Kopfstimme): ist er hörbar und als Stilmittel im Popsong eingebaut
(The Cranberries, Alanis Morisette) oder nicht hörbar (Celine Dion, Maria Carey);
- dem Tonansatz: ist er verhaucht (Jennifer Lopez), luftfrei (LeAnn Rimes), leicht gepresst (Nelli Furtado) oder hart gebildet (Anastacia);
Wichtig beim Singen von Pop ist nicht, im klassischen Sinne "schön" zu singen, sondern durchgängig einem Klangcharakter zu folgen, der sich den ZuhörerInnen sehr gut einprägt.
Das Singen selbst, ein unverwechselbares Image und die Interpretation, also die Gestaltung eines Songs während des Singens sind in der Popmusik eine untrennbare Einheit. Mißgriffe werden vom Publikum sofort erkannt und als nicht stimmig empfunden. Stelle dir vor, Michael Jackson singt ein Stück von Bon Jovi oder Britney Spears versucht sich an einem Lied von Maria Carey. Jede von diesen InterpretInnen hat ein unverwechselbares Image, deshalb gehen die Fans zur einen oder zum anderen. Wenn du also Pop singen möchtest, dann stelle dir selbst mal folgende Fragen:
- Welche Musikstile mag ich?
- Welche SängerInnen höre ich gern?
- Sind die Musikstile, die ich mag, auch für mich geeignet?
- Kann ich gut genug singen, um den Song gut rüberzubringen?
- Sagt der Text auch etwas über meine Gefühle, meine Handlungen und mein Leben aus? Wenn ja, kann ich ihn auch gut interpretieren.
Da Hören und Sehen in der Popmusik eine sehr große Rolle spielt, kannst und mußt du als PopsängerIn vor und während eines Auftritt einen Großteil der Situationen selbst bestimmen:
- Singe nur die Songs, die dir wirklich am Herzen liegen (die Songauswahl trägt entscheidend zum Wohlfühlen auf der Bühne bei) und singe in Musikproduktionen nur Text und Melodien, die dir wirklich gefallen. Du kannst nur überzeugen, wenn du authentisch wirkst.
- Einigt euch in der Band oder bei einer Studioproduktion über das Tempo des Songs
Ein Tick zu schnell oder zu langsam kann für SängerInnen fatale Folgen haben, weil sie die
Stimme dann nicht optimal zum Klingen bringen können.
- Ist die Tonart des Songs so in Ordnung? Wenn nicht, muß die Tonart geändert werden.
Niemand ist zufrieden, wenn SängerInnen schreien müssen, um Töne zu erreichen oder
brummeln, so dass keine Emotion zu erkennen ist.
- Zeige deinen Typ und deine Emotionen: bist du brav oder temperamentvoll? Stehst du
kritisch in deinem Leben der Welt gegenüber, problematisierst du gerne oder genießt du Spaß,
Liebe und lebst in Leichtigkeit? Deine Haltung sollte sich auch in den Songs widerspiegeln,
nur dann wirkst du glaubhaft.
- Bist du selber kreativ, dann schreibe selber Musik und Texte. Die Inhalte haben dann
ja auf jeden Fall mit dir zu tun. Die ZuhörerInnen bemerken diese Ehrlichkeit.
- Was sind deine Stärken neben der Musik? Vielleicht warst du mal in einer
Tanzformation und beherrschst die aktuellen Modetänze, die du in einer Choreografie zum
Song zusammenfassen kannst. Vielleicht hast du eine Kosmetikerausbildung und kannst dein
Styling an verschiedene Situationen anpassen? Specials dieser Art sind für den Auftritt und für die Produktion
von Musikvideos ein absolutes Plus und sie machen dich unverwechselbar und einprägsam für dein Publikum.
Unverwechselbarkeit ist also kein Hexenwerk, sondern immer dort vorhanden, wo ein Sänger
oder eine Sängerin sich der eigenen Stärken bewußt ist und diese gezielt für sich nutzen kann.
Die Suche danach hat bei dir sicher schon begonnen und dauert so lange, wie du Spaß am Singen hast.
Infos zu Martina Freytag
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